Katharina Münse lässt den Blick über ihren Arbeitsbereich in der Mikrobiologie im IMD Labor Greifswald schweifen – auf dem Tisch stehen an diesem Tag rund 80 Plasteröhrchen. „Das sind Nasen-Rachen-Kombi-Abstriche aus ganz Vorpommern“, erklärt die Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin. All diese Proben werden an diesem Tag auf Influenza-Viren untersucht. „Wenn die große Grippewelle rollt, können wir bis zu 600 Tests täglich realisieren“, sagt Katharina Münse.  


Jede einzelne Probe muss genauestens sortiert werden, damit keine Verwechslungen entstehen. „Wir bekommen Proben aus ganz Vorpommern – Krankenhäuser sowie Praxen schicken uns die Abstriche“, betont Katharina Münse. Sie stellt die Proben auf einen speziellen Ständer – dann sind die Abstriche bereit für die Analyse. „Jetzt passt alles.“

Bei diesen Worten nickt Dr. Veronika Balau. Sie leitet die Mikrobiologie im IMD Labor Greifswald. „Wir sind gut auf die anstehende Grippe-Welle vorbereitet. Wenn es nötig ist, arbeiten wir im Zwei-Schicht-System – natürlich auch am Wochenende“, erklärt die Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Mit Hilfe moderner Technik – wie beispielsweise dem PCR-Verfahren – können innerhalb von zwei bis drei Stunden rund 100 Proben im IMD Labor Greifswald auf Influenza getestet werden. 
 
In den vergangenen Wochen stiegen die Grippe-Testanforderungen im IMD Labor Greifswald stetig an. Waren es in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres noch 36 Proben (acht positive Befunde), wuchs die Zahl in den Folgewochen deutlich an. In der vierten Kalenderwoche gab es bereits 259 Influenza-Verdachtsfälle – 105 davon wurden positiv getestet. In ganz Mecklenburg-Vorpommern wurden in der vierten Kalenderwoche 2019 insgesamt 236 Influenza-Erkrankungen (205 Personen waren nicht geimpft) registriert – das geht aus dem „Epidemiologischer Wochenbericht“ des Landesamtes für Gesundheit und Soziales hervor.
 
Dr. Josefine Haak beobachtet die Zahlen ganz genau. Die Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin im IMD Labor Greifswald rät dazu, unbedingt die Grippeschutz-Impfung in Anspruch zu nehmen: „Wer sich jetzt noch impfen lässt, der baut seinen Influenza-Schutz innerhalb von zwei Wochen auf – die Gesundheitsämter haben noch Impfstoff.“ Die Vorurteile gegen die Grippeschutz-Impfung kennt Josefine Haak. „Es wird immer wieder behauptet, dass die Impfung krank macht – das stimmt einfach nicht.“
 
Als Kind erlitt Dr. Josefine Haak zweimal eine schwere Grippe. „Seither lasse ich mich jedes Jahr impfen – und es funktioniert“, sagt die Mutter einer kleinen Tochter. „Für Kinder gibt es eine spezielle Grippeschutz-Impfung – eine Art Nasenspray. Somit müssen die Kleinen nicht einmal gepiekt werden.“ Zudem rät sie, in der Grippe-Zeit lieber einmal öfter die Hände zu waschen. 
 
Und wenn einen die Grippe doch erwischt, schlägt Dr. Josefine Haak vor: „Zum Arzt gehen, sich krankschreiben lassen, um niemanden anzustecken. Zu Hause bleiben – und dann am besten in einem separaten Zimmer die Grippe gründlich auskurieren.“  
 

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