Befundauskunft: 03834 8193-0

Kreuzreagierende Kohlenhydrat-Determinanten (CCD) 

Kreuzreaktivität in der IgE-Diagnostik bei Bienen-/ Wespengift-, Nahrungsmittel- und Latexsensibilisierung.

Was heißt CCD? Spielen sie bei der IgE-Testung eine Rolle? 

Viele Allergene sind Glycoproteine. Diese enthalten komplexe Oligosaccharidketten, die an Proteinanteile der  Allergene gebunden sind. Da solche Oligosaccharidketten eine signifikante strukturelle Homologie über die Grenzen von Proteinfamilien hinaus zeigen können, sind diese Strukturen für eine breite Kreuzreaktivität verantwortlich. Daraus leitet sich die Bezeichnung  "Cross-reactive Carbohydrat Determinants" oder "CCD" ab.

Auch wenn bis heute nicht abschließend geklärt ist, ob IgE-Antikörper gegen CCD eine eigene klinische Relevanz haben, erschweren sie häufig in der Praxis die Interpretation vor allem von niedrigtitrigen spezifischen IgE-Nachweisen.

Die parallele Untersuchung auf CCD-spezifisches IgE ist jetzt möglich

Ein CCD-Test ist ratsam, wenn die  Laborergebnisse nicht mit dem klinischen Bild korrelieren, vor allem dann, wenn auffällig viele schwach positive Ergebnisse gefunden wurden. Der Ausschluss von anti-CCD IgE-Antikörpern als Ursache von analytischen  Kreuzreaktivitäten ist bei folgenden Situationen zu empfehlen:

  • IgE-Nachweis gegen mehrere pflanzliche Nahrungsmittel,  hauptsächlich auf Gemüse und Früchte sowie Getreide und Samen (zum  Beispiel Erdnuss).
  • Positiver IgE-Befund gegen das  ebenfalls   CCD-reiche Latex (Hevea brasiliensis) bei einem  Pollenallergiker (v.a. wenn keine entsprechende berufliche Exposition  vorliegt).    
  • In Fällen, bei denen  Honigbienen- und Wespengift IgE-positiv getestet wurden und klinisch  oder anamnestisch keine Priorität festgelegt werden kann.
        
Wie erfolgt die Messung von CCD-spezifischem IgE?  

Wo man sich bisher durch Bestimmung von Bromelin- oder Rapsspezifischen IgE helfen mußte (beide enthalten  bekanntermaßen viel CCD´s), ist neuerdings die spezifische Messung mittels ImmunoCAP CCD Test möglich.

Dieses ist ein reines CCD-Reagenz, welches nur die aus Bromelin  isolierte MUXF3 Kohlenhydratepitope beinhaltet und dadurch die  IgE-Antikörperbindung an andere Bromelin-Epitope nicht erfasst.

Befundbeispiel

CCD-IgE-Antikörpertest bei fraglicher Kreuzreaktivität auf Bienen- und Wespengift

Allergiediagnostik


Normalwert
i1 Bienegift
RAST-Klasse 4 (sehr hoch)
21,44
KU/l
< 35
i3 Wespengift
RAST-Klasse 2 (mäßig hoch)
2,45
KU/l
< 35
o214 CCD-Test (MUXF3)
RAST-Klasse 2 (mäßig hoch)
2,41
KU/l
< 35

Ärztliche Befundbewertung

Nachweis einer deutlichen Sensibilisierung auf i1 Bienengift. Weiterhin Nachweis positiver CCD-IgE-Antikörper. Der mäßig positive Befund auf i3  Wespengift könnte auf einer CCD-bedingten Kreuzreaktivität beruhen.

  • Anforderung: IgE auf CCD
  • Material: Serum (weiße Sarstedt-Monovette)
Wesentliche Inhalte dieser  Laborinformation wurden der  gleichnamigen Publikation der Fa. Pharmacia  Diagnostics entnommen  (Autor: Ulrike Schneider, Product Care Allergy).

Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. 

Ihr Team des IMD Labor Greifswald

Telefonzentrale des IMD Labor Greifswald: +49 3834 8193 0



Kristian Meinck
Ärztkicher Leiter IMD Labor Greifswald

Hier gibt es die Labor-Information als pdf-Dokument zu lesen.

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